Die ersten digitalen Projekte
Neben der Schule, aus Neugier
- Erste Websites, erste zahlende Kunden
- Gemerkt: Technik ist kein Hindernis, sondern Werkzeug
Warum Produkt, warum E-Commerce — und wie ich arbeite, wenn niemand zusieht.
Die kurze Antwort: Mich interessiert fast immer, warum etwas funktioniert — nicht nur, wie es aussieht.
Ich bin gelernter Mediengestalter Digital & Print. Angefangen habe ich mit Webdesign und Marketing — mit dem, was man sieht. Mit der Zeit hat sich mein Interesse nach vorne verschoben: zu der Arbeit, die passiert, bevor überhaupt jemand ein Layout öffnet.
Aus „Wie soll die Seite aussehen?" wurde „Welches Problem lösen wir hier eigentlich?". Aus einem Briefing wurde ein Gespräch mit den Menschen, die später damit arbeiten müssen. Und aus einer Anforderungsliste wurden Wireframes, User Flows und Shopkonzepte, die ich mit Entwicklung und Marketing gemeinsam durchgesprochen habe.
E-Commerce ist dabei kein Zufall. Kaum ein anderes digitales Feld gibt so schnell so ehrliche Rückmeldung: Eine Kategoriestruktur, die niemand versteht, sieht man im Verhalten. Ein Checkout, der hakt, steht am nächsten Tag in den Zahlen. Das zwingt dazu, Entscheidungen zu begründen statt sie zu behaupten.
Fotografie und Video gehören für mich dazu, nicht daneben. Wer Bildsprache beherrscht, kann ein Produkt erklären — und weiß, was in der Umsetzung realistisch ist und was nur in einer Präsentation gut aussieht.
Sechs Schritte, die in fast jedem Projekt in dieser Reihenfolge vorkommen. Abgestimmt wird über Tickets, dazu wiederkehrende Termine mit Kunde und Kollegen.
Zuhören, bevor ich etwas vorschlage. Der Wireframe entsteht im Workshop mit dem Kunden, und dafür nehme ich mir bewusst Zeit — dort erfahre ich am meisten über die Zielgruppe und die Anforderungen. Recherche geht voraus.
Anforderungen sortieren, Widersprüche sichtbar machen, Zahlen und Nutzerverhalten dagegenhalten. Mein Ausgangspunkt ist nicht, was der Kunde oder ich schön findet, sondern wie dessen eigener Kunde zum Produkt kommt.
Struktur vor Oberfläche: Informationsarchitektur, User Flows, dann erst der Entwurf.
Wireframes und Prototypen. Aus dem Wireframe wird eine Reinzeichnung, und die geht als Video an den Kunden — darin erkläre ich den Weg durch die Seite, statt Bilder zu schicken und auf Interpretation zu hoffen.
Mit Entwicklung, nicht gegen sie. Bevor ein Entwurf zum Kunden geht, prüft die Entwicklung die Machbarkeit — abgenommen wird nur, was auch baubar ist. Danach übergebe ich die Anforderungen. Über die Schulter schaue ich niemandem: Die Entwickler können ihren Job. Was ich mir ansehe, ist hinterher, ob das Gebaute noch dem Konzept entspricht.
Nach dem Livegang fängt die Arbeit an. Messen, nachschärfen, die nächste Frage stellen.
Fünf Sätze. Wenn ich mich auf etwas festlegen müsste, dann darauf.
Produktentwicklung beginnt für mich nicht mit einem Feature, sondern mit einem Problem. Anforderungen entstehen im Gespräch mit den Menschen, die damit arbeiten — nicht in einem Dokument. Lösungen entwickeln sich in Schritten, weil der erste Entwurf nie der richtige ist. Entscheidungen brauchen einen Grund: ein Nutzerbedürfnis oder eine Zahl. Und gute Produkte entstehen genau dort, wo Business, Design und Technologie miteinander reden statt nacheinander.
Widersprochen habe ich immer dann, wenn ein Kunde ein veraltetes oder falsches Bild seiner eigenen Zielgruppe hatte. Es geht nicht darum, was er oder ich schön findet, sondern darum, wie sein Kunde zum Produkt kommt und wovon er sich überzeugen lässt. Im B2B ist mein Kunde meist näher an seinem eigenen Kunden und weiß gut, was der braucht; im B2C ist das seltener so. Meistens wird meiner Einschätzung vertraut — manchmal erst im Nachhinein.
Keine Stationsliste — die steht im Lebenslauf. Hier geht es um die Entwicklung dahinter.
Neben der Schule, aus Neugier
Web Labels Webdesign GmbH · Walther-Lehmkuhl-Schule Neumünster
Web Labels Webdesign GmbH · Bargteheide
Discovery, Plattformen, datenbasierte Entscheidungen
Nach Zweck sortiert, nicht als Logo-Wand. Werkzeuge sind austauschbar — das Vorgehen nicht.
Woran ich gerade arbeite und wohin es weitergeht.
Heute arbeite ich an der Schnittstelle: Anforderungen analysieren, Konzepte entwickeln, zwischen Kunde, Entwicklung und Marketing übersetzen, Ergebnisse an Zahlen messen. Das ist die Arbeit, die mir liegt — und die ich vertiefen will. Gleichzeitig laufen bei mir in der Regel drei bis vier neue Projekte und daneben zwei bis vier laufende Marketing-Betreuungen. Sortiert wird über das Ticketsystem und wiederkehrende Termine; in welcher Reihenfolge gearbeitet wird, ergibt sich aus Roadmap und Terminen, im Zweifel der Reihe nach.
Was mich als Nächstes reizt, ist die längere Perspektive: ein Produkt über Jahre begleiten statt Projekte abschließen. Eine Roadmap, die sich mit dem Produkt entwickelt. Discovery als fester Bestandteil, nicht als Ausnahme, wenn gerade Zeit ist.
In genau diese Themen arbeite ich mich gerade ein — nebenbei im Alltag und bewusst daneben. Woran ich als Nächstes sitze:
Worauf das alles hinausläuft, lässt sich in einem Satz sagen: Ich will nachvollziehen, wie man online besser verkauft. Nicht lauter, sondern so, dass jemand am Ende versteht, was er da kauft.
Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.