Entwerfen, während schon gebaut wird.
Neugestaltung eines B2B-Shops für Arbeitskleidung — unter einer Frist, die keine saubere Reihenfolge zuließ.
Die Ausgangslage
Die engste Vorgabe war nicht der Shop, sondern der Termin.
Arbeitskleidung verkauft Arbeits- und Schutzkleidung an Betriebe — Hosen, Schuhe, Schutzausrüstung, Werkzeug. Der Shop sollte neu gemacht werden, und zwar vor einem festen Termin: einer Präsentation, die nicht verschoben werden konnte.
Damit fiel die übliche Reihenfolge weg. Normalerweise steht erst das Konzept, dann die Gestaltung, dann die Umsetzung — jede Stufe wartet auf die vorige. Diese Zeit gab es nicht.
Dazu kam eine zweite Frage, die den Shop von einem klassischen B2B-Katalog unterscheidet: Wir sind davon ausgegangen, dass jemand, der Arbeitskleidung fürs Team bestellt, abends in denselben Onlineshops unterwegs ist wie alle anderen — und entsprechend etwas erwartet.
Was ich beigetragen habe
Konzeption und Neugestaltung des gesamten Shops — eng verzahnt mit der Umsetzung.
- Rolle
Konzeption und Gestaltung, Desktop und Mobil
- Zeitraum
Dezember 2025 bis Januar 2026, danach weitere Erweiterungen
- Besonderheit
Gestaltung und technische Umsetzung liefen parallel, Template für Template
- Später dazu
Neuer Warenkorb und personalisierbare Artikel
- Methoden
Der Weg dorthin
Fünf Schritte. Der erste war eine Entscheidung gegen das saubere Vorgehen.
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.01
Die Reihenfolge aufgeben
Statt zu warten, bis alles gestaltet ist, haben wir Template für Template freigegeben — gestaltet und gebaut zur selben Zeit. Das ist unbequem und verzeiht wenig, aber der Kunde hat mitgezogen und Entscheidungen schnell getroffen. Ohne diese Bereitschaft wäre es nicht aufgegangen. Kaputtgegangen ist dabei nichts. Man merkt nur direkt am Projekt, was sich nicht umsetzen lässt und welche Lösung die schnellste ist — die Frist war zwei Monate, mit Weihnachten mittendrin.
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.02
Beide Größen gleichzeitig
Jeder Seitentyp entstand als Desktop- und als Mobilfassung. Bei einem Sortiment mit Größen, Farben und Filtern zeigt sich am schmalen Bildschirm am schnellsten, ob eine Struktur trägt — deshalb wollten wir beides gleichzeitig sehen.
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.03
B2B, aber nicht spröde
Der Shop bleibt Geschäftskunden vorbehalten, tritt aber auf wie ein gewöhnlicher Onlineshop: Größentabelle, Waschsymbole, Lieferzeit, Rabattkennzeichnung, Suche nach „Team-Kleidung“. Das war die Annahme, mit der wir gearbeitet haben. Danach ist daraus eine kleine Untersuchung geworden: Die Bedienung von B2B-Shops verschiebt sich spürbar in Richtung Consumerification. Im Einkauf wird inzwischen teilweise so gekauft wie privat.
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.04
Personalisierung als eigener Schritt
Firmenlogo, Drucktechnik, Platzierung, Größe in Zentimetern — das passte unserer Ansicht nach nicht in ein Feld neben den Warenkorb. Es bekam eine eigene Fläche mit Dateiupload und dem klaren Hinweis, dass Anpassungen Preis und Lieferzeit verändern können.
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.05
Die zweite Bestellung mitdenken
Wer Teamkleidung nachbestellt, will nicht alles neu eingeben. Bei der Nachbestellung zeigt der Shop die zuletzt genutzten Angaben samt hochgeladener Grafik und fragt nur, ob sich etwas geändert hat. Das war der Teil, an dem wir am längsten gesessen haben.
Aus der Arbeit
Jeder Seitentyp zweimal — Desktop und Mobil. Zum Vergrößern anklicken.
Was daraus wurde
Ein Vorgehen, das ich nicht empfehlen würde — und das hier funktioniert hat.
Der Shop wurde neu gemacht, und die Erweiterungen kamen danach: ein neuer Warenkorb und die personalisierbaren Artikel. Dass es aufging, lag nicht an der Methode, sondern daran, dass alle Beteiligten schnell entschieden haben.
Parallel zu gestalten und zu bauen nimmt einem die Möglichkeit, später umzudenken. Was einmal steht, steht — Änderungen kosten dann doppelt. Wir haben das bewusst in Kauf genommen und es hat getragen; ich würde es trotzdem nicht zum Normalfall machen.
Der Nachlauf war für mich der interessanteste Teil: Es folgte die Teilnahme an einer Studie zur Annäherung von B2B- und B2C-Shops. Genau das war hier die stille Grundannahme — dass jemand, der beruflich Arbeitskleidung bestellt, dieselben Erwartungen mitbringt wie beim privaten Einkauf. Diese Annahme hat der Shop nicht bewiesen, aber sie hat ihn geprägt.
- Ansichten je Seitentyp
- 2Desktop und Mobil, durchgehend zusammen entworfen
- Arbeitsweise
- parallelgestaltet und gebaut, Template für Template
- Danach
- Studiezur Annäherung von B2B- und B2C-Shops
So erreichst du mich
Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.