10Arbeitskleidung

Entwerfen, während schon gebaut wird.

Neugestaltung eines B2B-Shops für Arbeitskleidung — unter einer Frist, die keine saubere Reihenfolge zuließ.

02Problem

Die Ausgangslage

Die engste Vorgabe war nicht der Shop, sondern der Termin.

Arbeitskleidung verkauft Arbeits- und Schutzkleidung an Betriebe — Hosen, Schuhe, Schutzausrüstung, Werkzeug. Der Shop sollte neu gemacht werden, und zwar vor einem festen Termin: einer Präsentation, die nicht verschoben werden konnte.

Damit fiel die übliche Reihenfolge weg. Normalerweise steht erst das Konzept, dann die Gestaltung, dann die Umsetzung — jede Stufe wartet auf die vorige. Diese Zeit gab es nicht.

Dazu kam eine zweite Frage, die den Shop von einem klassischen B2B-Katalog unterscheidet: Wir sind davon ausgegangen, dass jemand, der Arbeitskleidung fürs Team bestellt, abends in denselben Onlineshops unterwegs ist wie alle anderen — und entsprechend etwas erwartet.

03Rolle

Was ich beigetragen habe

Konzeption und Neugestaltung des gesamten Shops — eng verzahnt mit der Umsetzung.

Rolle

Konzeption und Gestaltung, Desktop und Mobil

Zeitraum

Dezember 2025 bis Januar 2026, danach weitere Erweiterungen

Besonderheit

Gestaltung und technische Umsetzung liefen parallel, Template für Template

Später dazu

Neuer Warenkorb und personalisierbare Artikel

Methoden
  • Template-weises Arbeiten
  • Gestaltung
  • Mobile First
  • Ablaufkonzept
  • KPI-Definition
04Vorgehen

Der Weg dorthin

Fünf Schritte. Der erste war eine Entscheidung gegen das saubere Vorgehen.

  1. .01

    Die Reihenfolge aufgeben

    Statt zu warten, bis alles gestaltet ist, haben wir Template für Template freigegeben — gestaltet und gebaut zur selben Zeit. Das ist unbequem und verzeiht wenig, aber der Kunde hat mitgezogen und Entscheidungen schnell getroffen. Ohne diese Bereitschaft wäre es nicht aufgegangen. Kaputtgegangen ist dabei nichts. Man merkt nur direkt am Projekt, was sich nicht umsetzen lässt und welche Lösung die schnellste ist — die Frist war zwei Monate, mit Weihnachten mittendrin.

  2. .02

    Beide Größen gleichzeitig

    Jeder Seitentyp entstand als Desktop- und als Mobilfassung. Bei einem Sortiment mit Größen, Farben und Filtern zeigt sich am schmalen Bildschirm am schnellsten, ob eine Struktur trägt — deshalb wollten wir beides gleichzeitig sehen.

  3. .03

    B2B, aber nicht spröde

    Der Shop bleibt Geschäftskunden vorbehalten, tritt aber auf wie ein gewöhnlicher Onlineshop: Größentabelle, Waschsymbole, Lieferzeit, Rabattkennzeichnung, Suche nach „Team-Kleidung“. Das war die Annahme, mit der wir gearbeitet haben. Danach ist daraus eine kleine Untersuchung geworden: Die Bedienung von B2B-Shops verschiebt sich spürbar in Richtung Consumerification. Im Einkauf wird inzwischen teilweise so gekauft wie privat.

  4. .04

    Personalisierung als eigener Schritt

    Firmenlogo, Drucktechnik, Platzierung, Größe in Zentimetern — das passte unserer Ansicht nach nicht in ein Feld neben den Warenkorb. Es bekam eine eigene Fläche mit Dateiupload und dem klaren Hinweis, dass Anpassungen Preis und Lieferzeit verändern können.

  5. .05

    Die zweite Bestellung mitdenken

    Wer Teamkleidung nachbestellt, will nicht alles neu eingeben. Bei der Nachbestellung zeigt der Shop die zuletzt genutzten Angaben samt hochgeladener Grafik und fragt nur, ob sich etwas geändert hat. Das war der Teil, an dem wir am längsten gesessen haben.

05Einblicke

Aus der Arbeit

Jeder Seitentyp zweimal — Desktop und Mobil. Zum Vergrößern anklicken.

01 / 05
  • Startseite nebeneinander als Desktop- und Mobilfassung, beide mit Bühne und Markenleiste
    Startseite in beiden Größen — so entstand jeder Seitentyp · vergrößern
  • Kategorieansicht mit Filterspalte und Produktkacheln
    Kategorie — Filter links, Kacheln rechts, Preise erst nach Anmeldung vollständig · vergrößern
  • Produktseite mit Farb- und Größenwahl, Waschsymbolen und einer eigenen Schaltfläche zum Personalisieren
    Produktseite — „Artikel personalisieren“ steht als eigener Schritt über dem Warenkorb · vergrößern
  • Personalisierung bei der Erstbestellung: leeres Formular mit Feld zum Hochladen einer Grafik
    Erstbestellung — leeres Formular mit Upload für die Grafik · vergrößern
  • Personalisierung bei der Nachbestellung: die zuletzt genutzten Angaben werden angezeigt und lassen sich ändern
    Nachbestellung — die letzten Angaben stehen da, geändert wird nur, was sich geändert hat · vergrößern
06Ergebnis

Was daraus wurde

Ein Vorgehen, das ich nicht empfehlen würde — und das hier funktioniert hat.

Der Shop wurde neu gemacht, und die Erweiterungen kamen danach: ein neuer Warenkorb und die personalisierbaren Artikel. Dass es aufging, lag nicht an der Methode, sondern daran, dass alle Beteiligten schnell entschieden haben.

Parallel zu gestalten und zu bauen nimmt einem die Möglichkeit, später umzudenken. Was einmal steht, steht — Änderungen kosten dann doppelt. Wir haben das bewusst in Kauf genommen und es hat getragen; ich würde es trotzdem nicht zum Normalfall machen.

Der Nachlauf war für mich der interessanteste Teil: Es folgte die Teilnahme an einer Studie zur Annäherung von B2B- und B2C-Shops. Genau das war hier die stille Grundannahme — dass jemand, der beruflich Arbeitskleidung bestellt, dieselben Erwartungen mitbringt wie beim privaten Einkauf. Diese Annahme hat der Shop nicht bewiesen, aber sie hat ihn geprägt.

Ansichten je Seitentyp
2Desktop und Mobil, durchgehend zusammen entworfen
Arbeitsweise
parallelgestaltet und gebaut, Template für Template
Danach
Studiezur Annäherung von B2B- und B2C-Shops
07Kontakt

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