Die Beratung musste ins Regal.
Konzeption eines B2B-Shops für Glasfasertechnik — Produkte, die man nicht einfach in den Warenkorb legt.
Die Ausgangslage
Der Anlass war nicht der alte Shop, sondern Produkte, die sich ohne Erklärung schlecht verkaufen lassen.
Glasfasertechnik verkauft Messtechnik, Spleiß- und Einblastechnik für Glasfasernetze. Ein einzelnes Gerät bringt Zulassungen, Verfahren, Zubehörketten und einen Lieferumfang aus zwei Dutzend Positionen mit. Wer hier kauft, entscheidet nicht nach einem Produktbild.
Damit greift die übliche Shop-Logik nicht. Ein Listing mit Bild, Name und Preis bringt hier wenig: Der Preis steht bei vielen Geräten gar nicht fest, und der Unterschied zwischen zwei Modellen liegt in Details, die in keine Kachel passen.
Die eigentliche Frage war deshalb nicht, wie der Shop aussieht, sondern wo die Beratung hingehört, die im Fachhandel sonst am Telefon passiert.
Was ich beigetragen habe
Konzeption und Informationsarchitektur, gemeinsam mit Fachbereich und Entwicklung.
- Rolle
Konzeption, Informationsarchitektur, Wireframes
- Zeitraum
2025, Konzeptionsphase
- Umfang
Drei Seitentypen im Detail, dazu Datenmodell und Flows
- Methoden
Der Weg dorthin
Fünf Schritte. Der erste hat vieles danach mitbestimmt.
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.01
Produktdaten zuerst
Bevor eine Seite gezeichnet wurde, haben wir mit der Produktdatenpflege geklärt: Was liegt überhaupt vor, in welcher Qualität, und was davon ist für eine Kaufentscheidung nötig? Ohne diese Antwort hätten wir das Layout geraten.
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.02
Anfragen statt Kaufen
Viele Geräte haben keinen festen Preis. Statt das zu verstecken, wurde es zum Weg: „Auf Anfrage“ und „Produkt anfragen“, mit dem Warenkorb als Sammelmappe für mehrere Positionen gleichzeitig. <strong>Der Kaufen-Knopf ist geblieben</strong>, nur eben nicht bei jedem Produkt — so wollte es der Kunde, und im Nachhinein ist es die ehrlichere Lösung: Was sich direkt kaufen lässt, sieht auch danach aus.
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.03
Die Produktseite als Weg
Technische Daten, Lieferumfang, Videos, Downloads, Zubehör — alles da, aber nicht als Wand. Gestaffelt und aufklappbar, in der Reihenfolge, die uns aus den Gesprächen mit dem Fachbereich am plausibelsten schien.
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.04
Wissen neben das Sortiment
Auf der Kategorieseite stehen Videos, FAQ und Wissenswertes direkt über den Produkten — nicht in einem eigenen Ratgeberbereich, der erfahrungsgemäß selten angesteuert wird.
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.05
Auffangen statt Sackgasse
Wer bis ans Ende einer Produktseite scrollt, hat vermutlich nicht gefunden, was er suchte. Aus dem Projekt kamen mehrere Eigenentwicklungen für solche Fälle — der Smart Navigator ist die, die ich am spannendsten fand.
Aus der Arbeit
Wireframes aus der Konzeptionsphase — ein Ausschnitt. Zum Vergrößern anklicken.
Was daraus wurde
Der Shop ist online. Was er einbringt, weiß ich nicht.
Am Ende stand ein Konzept mit drei durchgearbeiteten Seitentypen, einem Anfrage-Weg neben dem Kauf und mehreren Eigenentwicklungen fürs Auffangen. Der Shop ist live gegangen, der Kunde ist zufrieden — die Umsetzung habe ich nicht mehr begleitet, Zahlen kann ich deshalb keine nennen.
Was ich mitgenommen habe: Der unbequemste Teil war der Anfang. Zu klären, welche Produktdaten wirklich verlässlich vorliegen, hat länger gedauert als alle Entwürfe zusammen — und das ging nur im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen, die diese Daten täglich pflegen.
Aus dem Projekt kamen mehrere eigene Bausteine. Der Smart Navigator ist der, auf den ich am meisten gespannt wäre: Er ist bewusst regelbasiert statt kuratiert und zieht Hersteller, Kategorie und eine Preisspanne aus dem Produkt selbst. Das skaliert über den ganzen Katalog — ob die Regeln aber die richtigen sind, zeigt sich erst an echten Abbrüchen.
- Seitentypen
- 3Startseite, Kategorie, Produktdetail — vollständig durchkonzipiert
- Regeln im Navigator
- 6einer von mehreren Bausteinen aus dem Projekt
- Nach dem Livegang
- liveder Kunde ist zufrieden — Zahlen habe ich keine
So erreichst du mich
Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.