Tradition und Technik, ohne Streit.
Shopkonzept für Drucklufttechnik — das erste Projekt, in dem ich mich richtig in Konzeption eingearbeitet habe.
Die Ausgangslage
Die schwierigste Abstimmung betraf nicht die Produkte, sondern gewachsene Sehgewohnheiten.
Drucklufttechnik baut Druckluft- und Akkunagler. Technische Geräte, die sich über Zahlen unterscheiden: Arbeitsdruck, Länge in Millimetern, Befestigungsmitteltyp, Luftverbrauch. Verglichen wird hier über Werte, weniger über Bilder.
Der Shop sollte aus einer gewachsenen Tradition in eine moderne Bedienung überführt werden. Die Schwierigkeit lag nicht im Gespräch mit dem Kunden, sondern in der Übersetzung: Die Wünsche zeigten in die andere Richtung — Grafiken mit eingebranntem Text, ein sehr großes Logo als Einstieg, viel Fläche für die Marke.
Beides war nachvollziehbar. Ein Hersteller mit langer Geschichte will sich nicht klein machen. Nur passt eine Bildwand schlecht zu jemandem, der wissen will, ob ein Gerät 6 bis 16 oder 16 bis 50 Millimeter verarbeitet.
Was ich beigetragen habe
Konzeption — und viel Hin und Her mit dem Kunden, bis wir uns einig waren.
- Rolle
Konzeption, Shopkonzept, Wireframes und Entwürfe
- Zeitraum
2023 — der Shop ging 2024 live
- Besonderheit
Erstes Projekt mit Modalen, Slidern und Eigenentwicklungen der Kollegen
- Methoden
Der Weg dorthin
Fünf Schritte. Beim dritten kam die Diskussion in ruhigeres Fahrwasser.
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.01
Die Frage festlegen
„Wie mache ich die Bedienung eines Shops mit technischen Produkten so einfach wie möglich?“ Diese Frage kam vom Kunden, stand am Anfang, und wir sind später oft darauf zurückgekommen.
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.02
Werte sichtbar machen
Die Merkmale, über die sich Geräte unterscheiden, sollten dorthin, wo verglichen wird: ins Listing und direkt neben den Titel — nicht in ein Datenblatt weiter unten.
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.03
Varianten statt Vorschlag
Statt über Geschmack zu streiten, haben wir dasselbe Listing dreimal gebaut: als Zeile mit sechs Merkmalen, als Kachel mit vier, als Kachel ohne. Am Entwurf ließ sich gemeinsam durchgehen, was Fläche kostet und was sie bringt. Entschieden wurde am Ende gar nicht — alle drei sind geblieben, als Ansichten zum Umschalten. Wer vergleichen will, nimmt die Zeile; wer stöbert, die Kachel.
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.04
Der Marke ihren Platz
Das große Bild bleibt — aber als Bühne oben, nicht als Ersatz für Struktur. Darunter beginnt sofort die Produktwelt. Aus einem Entweder-oder wurde nach mehreren Runden ein Nacheinander, mit dem beide Seiten leben konnten.
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.05
Zubehör mitdenken
Ein Nagler ohne passende Nägel ist unbrauchbar. Ein Modal stellt Gerät und Verbrauchsmaterial als Bundle zusammen — meine erste Arbeit mit einer Dialogfläche statt einer eigenen Seite, gebaut auf Bausteinen, die Kollegen entwickelt hatten.
Aus der Arbeit
Entwürfe aus der Konzeptionsphase. Zum Vergrößern anklicken.
Was daraus wurde
Der Shop ist seit 2024 online. Was hier zu sehen ist, ist der erste Entwurf.
Nach einigem Hin und Her haben wir einen Mittelweg gefunden: Die Marke bekam ihre Fläche, die Technik ihre Werte. Der Shop läuft seit 2024 unter der eigenen Shopadresse — er sieht heute nicht mehr genau so aus wie diese Entwürfe, das ist normal und richtig.
Für mich war das der Einstieg in die Konzeption. Vorher habe ich Seiten gestaltet; hier ging es zum ersten Mal um Abläufe — mit Modalen, Slidern und Bausteinen, die Kollegen selbst entwickelt hatten und die ich erst verstehen musste, bevor ich sie sinnvoll einsetzen konnte. Ohne diese Vorarbeit wäre das Konzept so nicht möglich gewesen.
Was mir geblieben ist: Mit einem einzelnen Entwurf im Raum ging es in den Gesprächen schnell um Geschmack. Sobald mehrere nebeneinanderlagen, ging es darum, was im Listing gebraucht wird — und das konnte der Kunde besser beantworten als ich. Ob wir die richtige Variante gewählt haben, weiß ich nicht sicher; sie hat sich im Gespräch als die tragfähigste erwiesen.
- Listing-Varianten
- 3alle drei umgesetzt — der Nutzer schaltet zwischen Zeile und Kachel um
- Merkmale je Zeile
- 6sichtbar ohne Klick, direkt vergleichbar
- Live seit
- 2024der eigenen Shopadresse — seitdem von anderen weiterentwickelt
So erreichst du mich
Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.