Der Berater fragt zuerst nach dem Namen.
Shopkonzept für Hundefutter — und ein Futterquiz, das im Team entstanden ist.
Die Ausgangslage
Die Aufgabe war schlicht: Es braucht einen Onlineshop. Der Rest war offen.
Hundefutter ist die zweite Marke desselben Hauses, die ich begleiten durfte — diesmal für eine deutlich jüngere Zielgruppe. Es gab keinen Vorgänger, an dem man sich abarbeiten konnte, und keine gewachsenen Sehgewohnheiten.
Das klingt bequem, ist es aber nicht. Ohne Bestand fehlt der Prüfstein: Man kann nicht sagen „das hat bisher funktioniert“, sondern muss von vorn klären, was Leute eigentlich brauchen, wenn sie Futter kaufen.
Beim Zusammentragen fiel auf: Wer Hundefutter sucht, denkt selten in Nährwerten. Er denkt an seinen Hund — an das Tier, das wählerisch ist, das etwas nicht verträgt, das älter wird. Mit Analysewerten aufzumachen, schien uns deshalb der falsche Einstieg.
Was ich beigetragen habe
Konzeption von den Grundlagen bis zum Berater. Gebaut hat das Team.
- Rolle
Konzeption — Shopgrundlagen, Nutzerführung und der Ablauf des Futterquiz
- Zeitraum
2024
- Im Team
Der Berater ist gemeinsam entstanden; die Umsetzung lag bei einem Kollegen
- Methoden
Der Weg dorthin
Fünf Schritte. Den entscheidenden haben wir zu dritt gedreht.
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.01
Bei null anfangen
Kein Vorgängershop, keine Altlasten — dafür auch keine Erfahrungswerte. Wir haben zusammengetragen, wonach Menschen tatsächlich fragen, wenn sie Futter suchen, statt eine Sortimentslogik vorauszusetzen.
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.02
Beim Tier ansetzen
In den Gesprächen kam der Hund nie als Sortimentsposten vor, sondern als Familienmitglied. Daraus wurde die Leitidee für den Berater: nicht nach Produkteigenschaften fragen, sondern nach dem Tier — und die Antworten daraus ableiten.
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.03
Mit dem Namen beginnen
Die erste Frage lautet „Wie heißt deine Fellnase?“. Der Name wird danach in jeder weiteren Frage verwendet — „Welche Rasse ist Tom?“. Ob das trägt oder aufgesetzt wirkt, haben wir im Team länger diskutiert als jeden anderen Schritt. Die Idee stammt aus dem Shop eines Wettbewerbers. Der Name taucht danach im ganzen Shop wieder auf, und das schafft Nähe — beim Onlineverkauf ist Vertrauen das A und O. Dazu passt, worüber Tierhalter tatsächlich sprechen: nicht über Nährwerte, sondern über ihr Tier. Niemand sagt „meine Katze frisst nur dieses Futter“, sondern „sie ist so wählerisch, ich kann ihr nur das geben“.
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.04
In Alltagssprache fragen
Nach dem Aktivitätsgrad seines Hundes kann kaum jemand aus dem Stand antworten. Ob der Napf immer leer ist, dagegen schon. Die Antworten sind deshalb als Beobachtungen formuliert — die Übersetzung in Produkteigenschaften passiert dahinter, nicht beim Nutzer.
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.05
Aussteigen erlauben
„Keine Ahnung …“ ist eine gültige Antwort, „Abbrechen“ steht auf jedem Schritt, ein Fortschrittsbalken zeigt, wie weit es noch ist. Wir wollten vermeiden, dass der Berater Wissen voraussetzt, das die Leute nicht haben. Der Fortschrittsbalken steht da, weil man lieber weiß, was noch kommt, als sich ins Ungewisse zu klicken. Wer trotzdem aussteigt, weiß immerhin, dass es den Berater gibt. Wie viele durchgehen, weiß ich nicht — dazu habe ich keine Zahlen.
Aus der Arbeit
Wireframes aus der Konzeptionsphase. Zum Vergrößern anklicken.
Was daraus wurde
Der Teil, den ich am wenigsten allein gemacht habe.
Aus einem „wir brauchen einen Onlineshop“ wurde ein Shop mit einem Berater, der über das Tier einsteigt statt über das Sortiment. Der Futterquiz ist im Team entstanden — die Idee, beim Namen anzufangen, war nicht meine allein.
Von mir kam die Konzeption: der Ablauf, die Reihenfolge der Fragen und die Überlegung, welche Antwort auf welche Produkteigenschaft einzahlt. Die technische Umsetzung lag bei einem Kollegen, und dort steckt die eigentliche Arbeit. Aus einem Fragebogen eine Empfehlung zu machen, die trägt, ist deutlich schwieriger, als den Fragebogen zu entwerfen. Das gehört dazugesagt.
Was ich mitgenommen habe: Es kommt wohl weniger auf die Zahl der Fragen an als darauf, ob jemand sie ohne Nachschlagen beantworten kann — das war jedenfalls unsere Arbeitsannahme. Ob wir die richtige Länge und die richtigen Fragen getroffen haben, weiß ich nicht — das zeigt sich erst daran, wie viele den Ablauf zu Ende gehen.
- Schritte im Quiz
- 7+einer je Frage, mit Fortschrittsanzeige und Ausstieg
- Erste Frage
- Nameund danach in jeder weiteren Frage genannt
- Im Team entstanden
- JaKonzept von mir, Umsetzung von einem Kollegen
So erreichst du mich
Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.