07Hundefutter

Der Berater fragt zuerst nach dem Namen.

Shopkonzept für Hundefutter — und ein Futterquiz, das im Team entstanden ist.

02Problem

Die Ausgangslage

Die Aufgabe war schlicht: Es braucht einen Onlineshop. Der Rest war offen.

Hundefutter ist die zweite Marke desselben Hauses, die ich begleiten durfte — diesmal für eine deutlich jüngere Zielgruppe. Es gab keinen Vorgänger, an dem man sich abarbeiten konnte, und keine gewachsenen Sehgewohnheiten.

Das klingt bequem, ist es aber nicht. Ohne Bestand fehlt der Prüfstein: Man kann nicht sagen „das hat bisher funktioniert“, sondern muss von vorn klären, was Leute eigentlich brauchen, wenn sie Futter kaufen.

Beim Zusammentragen fiel auf: Wer Hundefutter sucht, denkt selten in Nährwerten. Er denkt an seinen Hund — an das Tier, das wählerisch ist, das etwas nicht verträgt, das älter wird. Mit Analysewerten aufzumachen, schien uns deshalb der falsche Einstieg.

03Rolle

Was ich beigetragen habe

Konzeption von den Grundlagen bis zum Berater. Gebaut hat das Team.

Rolle

Konzeption — Shopgrundlagen, Nutzerführung und der Ablauf des Futterquiz

Zeitraum

2024

Im Team

Der Berater ist gemeinsam entstanden; die Umsetzung lag bei einem Kollegen

Methoden
  • Bedürfnisse erheben
  • Ablaufkonzept
  • Fragebogen-Logik
  • Wireframes
  • KPI-Definition
04Vorgehen

Der Weg dorthin

Fünf Schritte. Den entscheidenden haben wir zu dritt gedreht.

  1. .01

    Bei null anfangen

    Kein Vorgängershop, keine Altlasten — dafür auch keine Erfahrungswerte. Wir haben zusammengetragen, wonach Menschen tatsächlich fragen, wenn sie Futter suchen, statt eine Sortimentslogik vorauszusetzen.

  2. .02

    Beim Tier ansetzen

    In den Gesprächen kam der Hund nie als Sortimentsposten vor, sondern als Familienmitglied. Daraus wurde die Leitidee für den Berater: nicht nach Produkteigenschaften fragen, sondern nach dem Tier — und die Antworten daraus ableiten.

  3. .03

    Mit dem Namen beginnen

    Die erste Frage lautet „Wie heißt deine Fellnase?“. Der Name wird danach in jeder weiteren Frage verwendet — „Welche Rasse ist Tom?“. Ob das trägt oder aufgesetzt wirkt, haben wir im Team länger diskutiert als jeden anderen Schritt. Die Idee stammt aus dem Shop eines Wettbewerbers. Der Name taucht danach im ganzen Shop wieder auf, und das schafft Nähe — beim Onlineverkauf ist Vertrauen das A und O. Dazu passt, worüber Tierhalter tatsächlich sprechen: nicht über Nährwerte, sondern über ihr Tier. Niemand sagt „meine Katze frisst nur dieses Futter“, sondern „sie ist so wählerisch, ich kann ihr nur das geben“.

  4. .04

    In Alltagssprache fragen

    Nach dem Aktivitätsgrad seines Hundes kann kaum jemand aus dem Stand antworten. Ob der Napf immer leer ist, dagegen schon. Die Antworten sind deshalb als Beobachtungen formuliert — die Übersetzung in Produkteigenschaften passiert dahinter, nicht beim Nutzer.

  5. .05

    Aussteigen erlauben

    „Keine Ahnung …“ ist eine gültige Antwort, „Abbrechen“ steht auf jedem Schritt, ein Fortschrittsbalken zeigt, wie weit es noch ist. Wir wollten vermeiden, dass der Berater Wissen voraussetzt, das die Leute nicht haben. Der Fortschrittsbalken steht da, weil man lieber weiß, was noch kommt, als sich ins Ungewisse zu klicken. Wer trotzdem aussteigt, weiß immerhin, dass es den Berater gibt. Wie viele durchgehen, weiß ich nicht — dazu habe ich keine Zahlen.

05Einblicke

Aus der Arbeit

Wireframes aus der Konzeptionsphase. Zum Vergrößern anklicken.

01 / 05
  • Startseite mit zwei Einstiegen für Hund und Katze, dazu Hinweise auf sensible Rezepturen
    Startseite — zwei Einstiege, konsequentes Du, „Fellnase“ statt „Tier“ · vergrößern
  • Erster Schritt des Futterquiz: Eingabefeld für den Namen des Hundes
    Schritt 1 des Futterquiz — die erste Frage ist der Name · vergrößern
  • Späterer Schritt: die Frage nennt den eingegebenen Namen, „Keine Ahnung“ ist eine erlaubte Antwort
    Der Name läuft mit: „Welche Rasse ist Tom?“ — „Keine Ahnung“ ist erlaubt · vergrößern
  • Antwortmöglichkeiten als Alltagsbeobachtungen beschrieben statt als Fachbegriffe
    Antworten als Alltagsbeobachtung: „Die Futternäpfe sind nach dem Essen immer leer“ · vergrößern
  • Oberkategorie mit getrennten Bereichen für Hund und Katze
    Oberkategorie — Hund und Katze getrennt, Katze zum Start noch angekündigt · vergrößern
06Ergebnis

Was daraus wurde

Der Teil, den ich am wenigsten allein gemacht habe.

Aus einem „wir brauchen einen Onlineshop“ wurde ein Shop mit einem Berater, der über das Tier einsteigt statt über das Sortiment. Der Futterquiz ist im Team entstanden — die Idee, beim Namen anzufangen, war nicht meine allein.

Von mir kam die Konzeption: der Ablauf, die Reihenfolge der Fragen und die Überlegung, welche Antwort auf welche Produkteigenschaft einzahlt. Die technische Umsetzung lag bei einem Kollegen, und dort steckt die eigentliche Arbeit. Aus einem Fragebogen eine Empfehlung zu machen, die trägt, ist deutlich schwieriger, als den Fragebogen zu entwerfen. Das gehört dazugesagt.

Was ich mitgenommen habe: Es kommt wohl weniger auf die Zahl der Fragen an als darauf, ob jemand sie ohne Nachschlagen beantworten kann — das war jedenfalls unsere Arbeitsannahme. Ob wir die richtige Länge und die richtigen Fragen getroffen haben, weiß ich nicht — das zeigt sich erst daran, wie viele den Ablauf zu Ende gehen.

Schritte im Quiz
7+einer je Frage, mit Fortschrittsanzeige und Ausstieg
Erste Frage
Nameund danach in jeder weiteren Frage genannt
Im Team entstanden
JaKonzept von mir, Umsetzung von einem Kollegen
07Kontakt

So erreichst du mich

Fragen zu meiner Arbeit beantworte ich gern — eine Mail genügt.

info@ken.kiwi
Antwort

In der Regel am selben Tag

Sprachen

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